bioidentische Hormone-Progesteron und Co.

Was sind bioidentische Hormone? Können bioidentische Hormone überdosiert werden und was sind die Folgen? Was hat eine relative Östrogendominanz mit Progesteron zu tun?

Der Ausgangsstoff für bioidentische Hormone bildet das Diosgenin, aus der wilden Yamswurzel. Es gehört zu den Saponinen und ist den Steroidhormonen von Natur aus sehr ähnlich.

Im Labor wird Diosgenin so verändert, dass Struktur und Aufbau dem körpereigenen Progesteron gleicht. Es entsteht ein Progesteron, dessen Molekülstruktur und Verhalten, genauso wie das in den Eierstöcken selbst produzierte Progesteron ist.

Hormone funktionieren als Botenstoffe an der Zelle, nach dem Schlüssel-Schloss- Prinzip. Passt der Schlüssel gut, kann das Schloss geöffnet werden und somit kann die Wirksamkeit sich in der Zelle entfalten.

Bioidentische Hormone sind 1 : 1 Schlüssel – passen genau und werden im Körper in gleicher Weise verstoffwechselt, wie Hormone die der Körper selber herstellt.

Yamswurzel-Präparate sind pflanzliche Phytohormone. Es sind Hormone der Pflanze und keine bioidentischen Hormone.

Es handelt sich meist um inaktive Vorstufen, die über die Pflanze zugeführt und über die Darmbakterien aufgeschlossen werden, damit sie hormonartig wirken können.

Das enthaltene Diosgenin der Yamswurzel kann der Körper nicht direkt in Progesteron umwandeln.

Können Hormone überdosiert werden und was sind die Folgen?

Betrachtet man die Tagesproduktionsrate einer Frau in ihrer fruchtbaren Phase, liegt die Tagesrate Östrogen bei 0,445 bis 0,945mg/dl und die Tagesrate Progesteron bei 20 bis 25mg/dl (in der Schwangerschaft höher).

Die verschreibungspflichtigen bioidentischen Präparate enthalten große Mengen an Hormon. So enthalten rezeptpflichtige Präparate meist zwischen 0,75mg und 2mg Estradiol  oder 100 mg Progesteron pro Tablette/Einheit.

Dadurch werden weitaus höhere Mengen an Progesteron oder Östrogen zugeführt, als eine Frau physiologisch täglich produziert.

Zu Beginn einer solchen Behandlung (z.B. Rimkus-Methode) zeigen sich meist positive Effekte, die sich dann oftmals nach etwa drei- bis viermonatiger Anwendung ins Gegenteil verkehren.

Bei einem ZUVIEL an Hormon fehlen unter Umständen die Bindungsproteine, um das Hormon zu binden und abzutransportieren (Leberstoffwechsel).

Progesteron kann als ein Vorstufen-Hormon über den Hormonsyntheseweg, –> Androstendion oder Testosteron, je nach Enzymlage, in Estradiol (oder auch Östrogen genannt) umgebaut werden.

Auch das übergeordnete System (Hypothalamus-Hypophyse) erhält Meldung—es ist genug Hormon vorhanden und so kann die Ausschüttung von FSH und LH gestört werden- wodurch es zu anovulatorischen Zyklen (Zyklen ohne Eisprung) kommen kann.

Die Einnistung der befruchteten Eizelle kann durch eine zu geringe LH Ausschüttung gestört werden.

Die Therapie sollte sich an den berühmten Worten Paracelsus orientieren: „Die Dosis macht das Gift“.

Die natürliche Hormonregulationstherapie hat das Ziel, die körpereigene Hormonausschüttung zu reaktivieren.

Es ist wichtig die unterstützenden Systeme wie Leber, Darm und Mineralstoffhaushalt mit in die Therapie einzubeziehen, da ohne eine funktionierende Basis, die Regulation nicht gut funktionieren kann.

Die Ursache für die hormonelle Störung muss ergründet und behandelt werden. Eine gründliche Anamnese, auch in Bezug auf Hormonkarrieren, ist hier grundlegend, sowie eine weiterführende Labor-Diagnostik.

Weniger ist oft mehr!  Homöopathische Dosierungen können ausreichend sein, um die körpereigenen Hormone wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Es stehen dafür Globuli in D4 oder D6 zur Verfügung, sowie Cremezubereitungen. Cremezubereitungen haben den Vorteil, dass sie durch die transdermale (über die Haut) Aufnahme den First-Pass-Effekt (Passage und Verstoffwechselung Magen-Darm-Leber) umgehen.

Was versteht man unter einer relative Östrogendominanz

Eine Östrogendominanz ist oftmals im eigentlichen Sinn ein Progesteron Mangel. Da ein Progesteron Mangel durch eine Östrogendominanz entstehen kann.

Progesteron ist ein Vorstufenhormon und wird daher oft als die „Mutter“ aller Hormone des Ovars und der Nebenniere angesehen.

Wie der Körper auf die Geschlechtshormone reagiert, hängt häufig vom Verhältnis der Hormon zueinander ab und ist wesentlicher als der absolute Wert des jeweiligen Hormons.

Auch bei einem normalen oder niedrigen Östrogenpegel ist eine Östrogendominanz möglich, weil sich daraus ein noch stärkerer Progesteronmangel ergibt.

Das Verhältnis ist ausschlaggebend! Östrogen ist die Bezugsgröße.

In der fruchtbaren Lebensphase haben Frauen 80-200 mal  mehr Progesteron als Östrogen (in der Menopause 40-80 mal).