Therapien

Die Basis-Therapie bezieht Bindegewebe, Darm, Leber, Ernährung, Mikronährstoffe und die seelisch-psychische Verfassung in Diagnostik und Therapie mit ein.

Die traditionell bewährten Ab-und Ausleitverfahren dienen der Entgiftung und der Entschlackung des Körpers, seiner Reinigung von Stoffwechselendprodukten oder Giftstoffen.

Der Körper verfügt über Puffersysteme, durch die überschüssige Säuren abgepuffert werden. Bikarbonat z.B. wird im Blut mit dem Harnstoff über die Niere ausgeschieden und Kohlendioxid über die Lunge abgeatmet.

Bei einem zu großen Überhang an Säuren ist die Blut-Pufferkapazität überfordert und schiebt den Großteil der Säuren aus der Nahrung in das angrenzende Gewebe, in dem es zur Ablagerung von Schlackenstoffen kommt. Ein gestörtes Säure-Basen-Gleichgewicht kann sich in diffusen Beschwerden wie Spannungskopfschmerz, Müdigkeit, rheumatischen Erkrankungen, Herzrhythmusstörungen, Akne, Allergien usw. äußern.

Zur Regulierung des Säure-Basen-Haushaltes kommen pflanzliche Therapeutika oder homöopathische Komplexmittel und die traditionelle Schröpftherapie an indizierten Hautarealen (siehe Ausleitverfahren) zum Einsatz.

Ein weiterer Meilenstein ist ein gesunder Darm! Basislager der Gesundheit ! (siehe Darmgesundheit)

Leber und Darm haben eine enge Partnerschaft. Alle direkt im Darm aufgenommenen Nährstoffe werden über die Pfortader zur Verstoffwechselung und zum Abbau von Giftstoffen zuerst der Leber zugeführt, bevor sie in den eigentlichen Blutkreislauf aufgenommen werden. Die Leberepithelzellen sind multifunktionale Spezialisten, die als Stoffwechselmanager, Verdauungsmotor und Speicherorgan agieren sowie den Fettstoffwechsel regulieren, das Immunsystem unterstützen, Schadstoffe abbauen, Gerinnungsfaktoren, Gallensäuren und Hormone bilden. Als zentrales Entgiftungsorgan ist die Leber durch die zunehmenden Umweltbelastungen stark gefordert. Hier muss neben der Stärkung der Leberzellen auch die Durchblutung der Leber verbessert werden, die bereits durch Stress massiv gestört sein kann. Nur eine gut durchblutete Leber kann auch entgiften und ihren vielfältigen Funktionen nachkommen. Bitterstoffe und weitere Präparate aus der Pflanzenheilkunde können hier unterstützend eingesetzt werden.

Die Ernährung wird auf den Prüfstand gestellt. Sie erhalten Ratschläge, welche Lebensmittel sie in Bezug auf Ihre Beschwerden bevorzugt zu sich nehmen sollten und welche sie eher meiden sollten.

Nicht zuletzt gehört zu einer Basis-Therapie auch, die seelische-psychische Verfassung zu beleuchten und Wege aufzuzeigen, wie Verbesserungen erzielt werden können.

Phytotherapie

Pflanzen waren jahrhundertelang die einzigen Heilmittel, die zur Verfügung standen, und bilden auch heute noch die Grundlage vieler Arzneien. Zu den Präparaten der Phytotherapie können Heilpflanzentees gehören, aber auch Bäder, Umschläge, Inhalationen und Wickel sowie Kapseln, Tabletten, Tropfen und Zäpfchen aus Pflanzenextrakten.

Gemmotherapie

Gemmotherapie ist eine andere Art der Pflanzenheilkunde, bei der die Pflanzenknospen Verwendung finden. In den Knospen sind Wachstumsfaktoren, ätherische Öle, Abwehrstoffe und Aminosäuren enthalten, die sich als Heilmittel bereits in Frankreich und in der Schweiz etabliert haben und auch in Deutschland immer größeren Zuspruch finden. Den Gemmotherapeutika wird gemäß ihrer Begründer eine reinigende, ausleitende und regulierende Wirkung zugeschrieben. Das Einsatzgebiet von Gemmotherapeutika ist vielseitig und bietet sich nach Antibiotikagaben als reinigendes Präparat an und wirkt bei vielen Funktionsstörungen harmonisierend auf den Körper, wie z. B. bei Schlafstörungen, Menstruations- und Wechseljahrsbeschwerden, Allergien. Auf Grund des süßen Geschmacks finden Gemmopräparate gerade bei Kindern oftmals eine gute Akzeptanz.

Darmgesundheit

Bereits im Altertum war bekannt, dass Erkrankungen im Magen-Darm-Bereich eine wesentliche Ursache für eine Vielzahl von Allgemeinerkrankungen sind. Paracelsus erklärte im 16. Jahrhundert: „Der Tod sitzt im Darm“*.

Eine gesunde Darmflora (Darmmikrobiom) bildet die Grundlage für körperliche und psychische Gesundheit.

Der Darm darf nicht auf die Funktion eines „Verdauungsrohrs“ reduziert werden, und ein regelmäßiger Stuhlgang lässt noch nicht auf einen gesunden Darm schließen.

Ein großer Teil der immunologischen Vorgänge findet im Darm statt. Darmbakterien beeinflussen neben der Verdauung die Hormon- und Enzymproduktion.

Was kann das Darmmikrobiom stören? Antibiosen, chronischer Stress, eine falsche Ernährung durch zu viel Zucker, Fett oder Eiweiß, unausgewogene Diäten, zu viele leicht verdauliche Kohlenhydrate, Abführmittel, Magen-Darm-Infektionen, Nikotin, Alkohol …

Der Darm spielt auch für die hormonelle Gesundheit eine wichtige Rolle.

Wenn der Darm nicht richtig funktioniert, steigen bestimmt Enzyme an (Aromatase), die zu einer Östrogendominanz führen können. Eine hohe Östrogenbelastung, gepaart mit einem dysfunktionablen Darm (z.B. Leaky-gut), sorgt dafür, dass Hormonmetaboliten ein Reentry in den Körperkreislauf haben und wieder in der Leber neu entgiftet werden müssen. Das belastet die Leber vermehrt, der Hormonabbau wird gestört und führt auf körperlicher Ebene zu Stress. Dadurch werden immunologisch bestimmte Stoffe freigesetzt, die sogenannten proinflammatorischen Zytokine, die chronische Entzündungen entstehen lassen.

Erkrankungen wie Migräne, Hauterkrankungen, Allergien, Autoimmunprozesse, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, psychische Symptome, Infektanfälligkeit sowie ein Vitamin- und Nährstoffmangel können in einem gestörten Darmmikrobiom begründet sein.

Eine Analyse des Darmmikrobioms gibt Aufschluss und ist Basis für eine Therapie. Wie die Untersuchung abläuft, lesen Sie bitte unter dem Punkt Diagnose. Nach ca. einer Woche liegt in der Regel ein Laborergebnis vor. Daraus wird ersichtlich, wie es um die schützenden Bakterien bestellt ist (Bifidobakterien, Lactobacillen) sowie um die immunmodulierenden Bakterienverhältnisse (Eschericha coli, Enterococcus) , ob eventuell eine Pilzbelastung vorliegt , wie hoch die Anzahl protolytischer Keime (Überhang stört Verdauung und belastet die Leber.) im Darm ist und der pH-Wert. Auf Grundlage der Laboranalyse wird ein Missverhältnis mit entsprechenden Therapeutika wie z. B. Probiotika (nützlichen Bakterien für den Darm), sowie Präbiotika (Ballaststoffe „Futter“ für den Darm) ausgeglichen und mit ergänzender Pflanzenheilkunde therapiert. Ein wahlloses Substituieren ohne vorherige Analyse bringt in der Regel nicht den gewünschten Erfolg und kann kontraproduktiv sein.

Ab-und Ausleitverfahren

Die schon seit dem Mittelalter bewährten Ab-und Ausleitverfahren dienen der Entgiftung und Entschlackung des Körpers, seiner Reinigung von Stoffwechselendprodukten oder Giftstoffen. Krankheiten, die nicht richtig auskuriert oder unbiologisch therapiert wurden, können durch Ablagerungen von Stoffwechselresten und Toxinen im weichen Bindegewebe zu chronisch entzündlichen Veränderungen führen. Besonders bei chronischen Erkrankungen sollten das Bindegewebe mithilfe einer Entgiftungstherapie mobilisiert und der Säure-Basen-Haushalt reguliert werden. Ableitende Verfahren dienen dazu, falsch verteilte oder gestaute „Körpersäfte“ umzuverteilen und wieder zum Fließen zu bringen. Die Ausleitung erfolgt vermehrt über verschiedene Ausleitungsorgane wie Lymphe, Leber, Darm, Nieren, Haut, Schleimhaut. Unterstützend wirken naturheilkundliche Medikamente, Wickel und Auflagen sowie eine Ausleitung über die Haut wie z.B. eine trockene Schröpfkopfmassage. Hierbei wird an Hautzonen (Head`schen Zonen), die bestimmten Organen zugeordnet sind, durch Unterdruck ein Hautreiz erzeugt. Das Schröpfverfahren wirkt unterstützend bei Beschwerden der inneren Organe, Kreuz- und Muskelschmerzen sowie bei Beschwerden aufgrund von Durchblutungsstörungen im Kopfbereich (z.B. Schwindel, Ohrensausen)

Bioidentische Hormontherapie

Hormone sind die Antreiber im Körper mit vielfältigen Aufgaben wie z.B. Sexualität, Wachstum, Stoffwechsel, oder Stressregulation. Bioidentische Hormone weisen identische molekulare Strukturen auf wie die Hormone, die unser Körper selber produziert. Sie werden auf dieselbe Weise verstoffwechselt wie köpereigene Hormone. Die Quellen der gebräuchlichen bioidentischen Hormone sind pflanzlichen Ursprungs. Die mexikanische Yamswurzel (Dioscorea composita) oder Soja dienen als Grundlage für die im Labor hergestellten bioidentischen (körperidentischen/naturidentischen) Hormone.

Achtung: Die Yamswurzel als Lebensmittel zu verzehren oder sich sojareich zu ernähren, kann keinesfalls gleichgesetzt werden mit einer bioidentischen Hormontherapie.

Eine individuelle Therapie mit bioidentische Hormonen auf Grundlage einer Labordiagnostik ist nicht zu vergleichen mit der konventionellen HET (Hormon-Ersatz-Therapie), bei der die gesundheitlichen Risiken und Nebenwirkungen weitaus höher liegen als die gesundheitlichen Vorteile, allen voran das erhöhte Risiko einer Krebserkrankung. Liegt eine Dysbalance im Hormonhaushalt vor, kann dies z.B. zu Abgeschlagenheit, Depressionen, Schlafstörungen, Gelenkschmerzen, Haarausfall, Sexualstörungen, Unfruchtbarkeit, Demenz, Übergewicht, Herz-Kreislauferkrankungen, Schilddrüsenerkrankungen sowie den typischen Wechseljahrsbeschwerden führen. Da die bioidentischen Hormone sich nicht von den körpereigenen Hormonen unterscheiden – im Gegensatz zu den konventionellen Hormonpräparten der HET – bietet die bioidentische Hormontherapie (BHT) eine natürliche Option, um eine nachhaltige Verbesserung der Beschwerden und des Wohlbefindens zu erreichen. Auch in der bioidentischen Hormontherapie darf nicht wahllos substituiert werden. Die BHT bedarf einer fachgerechten Laboranalyse und Therapie.

Mikronährstoffe

Die Nahrungsmittel von heute sind nicht mehr die Nahrungsmittel von vor 50 Jahren, da durch sauren Regen, Überdüngung, Lagerung und lange Transportwege sowie technische Verarbeitung der Lebensmittel der Nährstoffgehalt unser Nahrungsmittel oftmals nicht ausreichend ist, um notwendige Tagesbedarfe zu decken. Ob eine ausgewogene Ernährung den täglichen Mikronährstoffbedarf decken kann, hängt neben der Qualität der Nahrungsmittel auch vom Alter des Patienten, dem Gesundheitszustand, der Einnahme von Medikamenten und von Situationen ab, die einen vermehrten Bedarf mit sich bringen, wie z.B. eine Schwangerschaft. Nicht alle Vitamine lassen sich durch Ernährung zuführen, so z.B. Vitamin D, das nur in geringen Mengen über die Nahrung aufgenommen werden kann:

Nach den Daten des Robert-Koch-Institutes sind 90% der Bundesbürger nicht ausreichend mit Vitamin D versorgt. Vitamin D – das Sonnenvitamin – wird über die Haut aufgenommen. In Deutschland sind wir nicht so von der Sonne verwöhnt wie südlichere Länder, und wir halten uns immer weniger im Freien auf. Die Verwendung von Sonnenschutzmitteln blockiert nach Studien von Prof.Dr. Michael F. Holickbereits ab einen LSF von >30 die körpereigenen Vitamin-D-Synthese um bis zu 99,5%. Vitamin D ist im eigentlichen Sinne ein Steroid-Hormon. Aus Cholesterin wird über die UV-B-Strahlen das Prävitamin D gebildet, die Leber wandelt es in 25 (OH)D =Calcidiol um, und in den Nieren erfolgt die Aktivierung in das stoffwechselaktive Vitamin-D-Hormon 1,25 (OH)2D=Calcitriol. In seiner Speicherform ist es nur 2 – 3 Wochen speicherfähig. Daher sollte eine Vitamin D Blut-Analyse durchgeführt werden, ein eventueller Mangel ausgeglichen und in den „R“ Monaten entsprechend der Labordiagnostik Vitamin D substituiert werden, soweit keine Kontraindikationen vorliegen. Vitamin D weist viele positiven Effekte auf, so schützt es vor Infekten und Entzündungen, verringert das Krebsrisiko, stärkt die Knochen, wirkt sich positiv auf Gefäßerkrankungen sowie die Psyche aus und noch vieles mehr.